Konzertreview: The Tallest Man On Earth

Sie drängen sich förmlich auf, die Wortspiele mit dem Pseudonym des Singer-Songwriters Kristian Matsson aka The Tallest Man On Earth. Bei einer Größe von gerade einmal 1,68m ...

und Vergleichen mit Größen wie Bob Dylan stellt sich die Frage: wie großartig wird ein Montagabend im Neuköllner Heimathafen mit dem kleinen Folkrocker? 

15.10.2012, Heimathafen Neukölln:

Bereits kurz nach Einlass sind lange Schlangen zu sehen, vor dem ausverkauften Haus suchen noch Viele verzweifelt nach Tickets für die Show des schwedischen Songwriters.

Pünktlich eröffnet der ebenso schwedische, optisch zwischen Wolfgang Petri und Kid Rock anmutende Support Daniel Norgren den Abend. Dass Norgren eigentlich als One-Man-Band aufspielt, lässt das neben dem Gitarrespielen im Sitzen bediente Drumkit nachvollziehen, an diesem Montagabend stehen ihm aber noch ein Kontrabassist und ein sporadisch auftauchender Synthiemann zur Seite. Das Trio weiß zu begeistern und wird kräftig für seinen Countryblues beklatscht, doch dass die Resonanz des Publikums bei dem einen kleinen Mann auf der großen Bühne später noch größer sein würde liegt auf der Hand.

Matsson geht in der Rolle des Entertainers allein durch Mimik und Gestik voll auf und fängt zwischen den Songs das ein oder andere Schwätzchen mit seinen Zuhörern an. Als er Hitze und Schweiß andeutet, wissen viele der Besucher noch genau mit welchen Temperaturen bei Matssons letztem Besuch in der Stadt zu kämpfen war. Denn bereits im Hochsommer spielte der Tallest Man On Earth eine ausverkaufte Show im Lido, die vielen im Gedächtnis blieb und sie zu einem erneuten Konzertbesuch bewog.

Anlass ist die neue Scheibe »There's no leaving now«, die in diesem Sommer veröffentlicht wurde und den hörbar vielen mitsingenden Besuchern schon gut bekannt war. Doch nicht nur das Material der neuen und persönlicheren Platte und die Single »1904« sowie potenzielle Hits wie »Criminals« oder »Wind and Walls«, wird vorgestellt: Bei altbekannten Songs wie »I Won't Be Found« oder »The Gardener« kann sich der Singer-Songwriter schon mal zurücklehnen und seine Gegenüber das Singen übernehmen lassen – und kurzerhand wollen Einige im Heimathafen mal der »King of Spain« sein, wenn schon der Tallest Man On Earth der King der Bühne ist.

Die wird von ihm auch in aller Gänze ausgenützt: Wenn er auch nur mit Gitarre und Piano auftritt, so springt er doch 90 Minuten und zwei Zugaben lang in allen Ecken herum, nicht zuletzt um für spätestens jeden zweiten Song eine andere Gitarre gereicht zu bekommen. Ein bisschen zerstreut wirkt der sympathische kleine Mann zwar von Zeit zu Zeit, doch die Intensität mit der er seine Songs hervorbringt und die angenehme Atmosphäre, mit der er den Saal bis zur hintersten Reihe in fasziniert gebanntes Schweigen hüllt, lassen keine Zweifel an der Großartigkeit des Tallest Man On Earth.

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