Drei Grammys ohne Album

Nicht ScHoolboy Q, nicht DJ Khaled, auch nicht Kanye oder Drake – nein viel mehr war es Chance The Rapper, der bei den Grammys, ohne wirklich ein Album veröffentlicht zu haben, so richtig abräumte.
Doch wer ist dieser 23-jährige MC aus Chicago eigentlich?

"Best New Artist“, „Best Rap Album“ und „Best Rap Performance“ – in gleich drei Kategorien konnte sich Chance The Rapper den berühmten Academy Award sichern.
Dabei hat Chance, der mit bürgerlichem Namen Chancelor Bennett heißt, in seiner ganzen Karriere noch nie ein Album herausgebracht. Sein Geld verdient er viel mehr mit Merch und Live-Auftritten.

Mit „10 Days“, „Acid Rap“ und eben „Coloring Book“,das sich in der Kategorie „Best Rap Album“ gegen Kanyes „Life of Pablo“ oder Drakes „Views“ durchsetzen konnte, sind alle seine Werke Mixtapes und sind für jeden bei Soundcloud frei zugänglich.

Chance the Rapper

Dabei ist „Coloring Book“ ein Mixtape/Album, das im Hype um Kanyes T.L.O.P oder Drakes „Views“ womöglich ein wenig untergangen ist, aber den beiden Alben in gar nichts nachsteht. Insgesamt wirkt das Mixtape sehr fröhlich und positiv, was vor allem auch an den diversen Jazz-, Gospel-, Soul- und Funkeinflüssen liegt. Doch auch wenn Chance wie auf „Blessings“ mal nachdenklichere Töne anschlägt und anschließend auf „Same Drugs“ seine Gesangsskills unter Beweis stellt, geht es plötzlich von fröhlichen Töne über zu einem dunklen Trapbeat.

Auf „Mixtape“ sorgt er sich zusammen mit Young Thug und Lil Yachty über die Zukunft von Mixtapes. Denn dass er nicht viel von Major Labels hält und nicht ohne Grund ein Vertragsangebot von Kanye ausschlug, zeigt er auf „No Problems“, dem wohl bekanntesten Song des Mixtapes.

„If one more label try to stop me / It's gon' be some dreadhead niggas in ya lobby, huh huh / You don't want no problem, want no problem with me, bih! You don't want no problem, want no problem with me.“ Selbst dieser Part, für den es den Grammy in der Kategorie „Beste Rap-Performance“ gab, klingt fröhlich und animiert einfach nur zum mitrappen.

Wie rasant sich seine Karriere bisher entwickelt hat, zeigt auch ein weiterer Blick in die Vergangenheit. So gibt es seitens Drake noch eine kleine Spitze gegen Chance auf seinem Song „Draft Day“ aus dem Jahr 2014. Dabei rappt Drizzy: „And if I left this shit to chance I would've picked a name like Chance the Rapper“ – mittlerweile hat sich die ganze Sache ein wenig verändert.

Noch in der Nacht der Grammy-Verleihung postete Chance The Rapper bei Instagram einen SMS-Verlauf (unglaublich aber die beiden schreiben wirklich noch SMS) zwischen ihm und dem Kanadier. Und selbst Kendrick Lamar ließ es sich nicht nehmen, zu gratulieren.

Schlussendlich bleibt nur noch eine Frage offen. Insgesamt drei Grammys und das nur mit der Veröffentlichung von Mixtapes – was soll nur passieren, wenn der Mann mal wirklich ein Album veröffentlicht?

Kurzmeldungen

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