Sam Dale

Sam Dale ist ein Sänger und Gitarrist aus England, der seit zwei Jahren als Straßenmusiker in Berlin lebt. Eigentlich bewegt er sich zwischen Folk- und Bluestraditionen, seit neuestem aber auch als Sänger der beiden Bands Sticks In The Casino und The Feminists im Prog-Rock bzw. Trash-Irgendwas.

 

Dass Sam Dale eine vielseitige Persönlichkeit ist wird schnell klar. Der charmante Sänger, der bei seinen Solo-Konzerten stets ein freundliches Lächeln im Gesicht hat, sitzt an diesem Abend im Chaos des linksalternativen Hausprojekts Liebig 14, wo er später noch mit The Feminists auftreten soll und plaudert. "Yesterday's show was really good. We played at Köpi and Kevin, the guitar player tried to put a microphone up his Arsch." Nicht zuletzt die gut platzierte deutsche Vokabel zeigt, dass es bei The Feminists vor allem auf die Show ankommt. Die ganze Band schmeißt sich in Frauenklamotten und Sam Dale posiert auf der Bühne und zeigt mit dem Finger auf das Publikum.

The Feminists und Sticks In The Casino sind eigentlich ein und dieselbe Band, aber unter zwei verschiedenen Titeln, mit streng getrenntem Konzept. Sticks In The Casino sind dem Prog verschrieben und spielen dem Genre entsprechend lange, komplexe Songs. The Feminists dagegen stehen für dreckigsten Rock'n'Roll. "Wir müssen unsere verrückte Seite ausleben um die ernsten Sachen besser machen zu können und umgekehrt", sagt Sam zu der Trennung.

Bevor Sam zu den Bands stieß, spielten diese schon fünf Jahre lang instrumentale Musik. Ihren Sänger trafen sie, als dieser in einer Bar ein paar Songs von The Doors sang. "Als sie mich fragten ob ich bei den Sticks singen will, wusste ich zuerst nicht was ich davon halten soll, aber dann hörte ich die Songs und dachte nur: Fuck Yeah!" Dass es gleich zwei Bands gibt, wusste Sam anfangs gar nicht. Erst eine Woche vor dem ersten Feminists Konzert stieg er auch bei diesen ein. Mangels Songtexten tat er beim Konzert dann nichts anderes als zu brüllen und die Wände hoch und runter zu klettern.

 

 

Etwas ruhiger geht es zu, wenn Sam alleine spielt. Vor zwei Jahren, nachdem er seinen Job in London verlor, zog er nach Berlin, und verdient hier seitdem sein Geld damit von Bar zu Bar zu ziehen und auf seiner zwölfsaitigen Gitarre Folk- und Bluessongs zu spielen. "Ich spiele meistens drei Songs. Manchmal bekomme ich dann zwanzig Euro, und an der nächsten Bar bekomme ich für dieselben drei Songs dann zwanzig Cent. An schönen Sommertagen mache ich das bis zu zwölf Stunden lang. Das zwei Tage hintereinander ist dann so anstrengend, dass ich mich eine Woche kaum mehr bewegen kann."

"Genauso wie man bei einem Gespräch durch Körperhaltung und ähnliches das gegenüber einnehmen kann, gibt es auch bei der Musik tausend Dinge, die ich machen kann um das Publikum anzusprechen. Tempo, Rhythmus, Lautstärke, Dramatik, das sind alles Dinge, mit denen ich herumspielen kann um Zugang zu den Leuten zu finden.. Dabei habe ich die Erfahrung, dass es hilft, wenn man eine gewisse Offenheit ausstrahlt. Wenn man z.B. ganz schwarz gekleidet ist, mögen das die Leute schon mal nicht so. Manchmal genügt es aber auch, wenn man so aussieht, als ob man Geld braucht."

"Um überzeugend zu wirken, konzentriere ich mich immer auf Details. Sobald man sich von der Umgebung ablenken lässt, ist es aus. Aber wenn ich mich auf etwas konzentriere, egal ob es das Zusammenspiel zwischen Stimme und Gitarre ist, oder die Texte, dann finde ich immer etwas neues an den Songs, egal wie oft ich sie spiele. Bei Cover Songs ist das oft noch mehr der Fall. Bob Dylan spiele ich besonders gerne. Die Texte rufen so starke, plastische Bilder hervor, in die man versinken kann. Love Minus Zero ist eines meiner Lieblingslieder."

"Julian Cope mag ich auch sehr gerne. Er vermittelt sehr starke Bilder und Gefühle, obwohl die Musik eher hart ist. Er bindet Folk-Traditionen in einen Rock'n'Roll Kontext ein, das repräsentiert für mich ein Gefühl der kreativen Freiheit inmitten von festen Regeln. In Berlin gibt es auch so ein Gefühl von kreativer Freiheit. Und die Menschen kommen aus der ganzen Welt und wollen ein Stück davon haben und ein Stück von sich verkaufen. Ich hoffe, dass nicht nur die falschen Menschen kommen und am Ende nichts mehr von dem Gefühl da ist."

The Feminists spielen am 27.11.10 im NBI in der Kulturbrauerei.

Sam Dale: Link zur Webseite

The Feminists: Link zur Webseite

Sticks in the Casino: Link zur Webseite

 

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