Popkomm 2011 - Tag 3

Zwei Nachmittage auf dem Berlin Festival wollten wir mitnehmen! Zwei lange Nächte im Club XBerg gingen für uns klar! Ergo: Ein Tag Erholung musste sein. Hier ist der letzte Kurzbericht von der Popkomm 2011

Gerade angefangen und auch schon wieder vorbei:

Die Keynote-Veranstatungen des letzten Messetages beschränkten sich auf einen interessanten Diskussionsbeitrag zwischen Johannes Cordes (Co-Label Head bei Universal Domestic Pop/Mainstream) und Aditya Sharma (Management von Fritz Radio). Was auch die großen Label lange negierten, war eines der Argumente seitens des Labels: Konventionelle Radiosender werden aufgrund des immensen Radioangebots an Onlinesendern langfristig durch sinkende Konkurrenzfähigkeit verdrängt werden. Was für einige als aussterbendes Medium gilt, sieht Sharma dagegen als neues Potenzial einer überforderten Internetuser-Generation:

Gerade wegen der mittlerweile unüberschaubar gewordenen Anzahl solcher Onlinestationen, die heute jede erdenkliche Sparte von Musikgeschmack  ver- und übersorgt, wird der klassisch-redaktionelle Part größerer Sender wieder zunehmend geschätzt. Der einzelne Hörer sei von einer ehemals neu gewonnenen Freiheit bei der Senderauswahl in eine Orientierungslosigkeit geraten, die er als Gewohnheitstier tendenziell eher wieder an die Redaktion als Auswahlfilter zurückgäbe.

Auch ein überarbeitetes Konzept zur Vermarktungsstrategie von Singles, in der der Zeitpunkt von Airplay gegenüber CD-Release neudefiniert wird, hätte schon Wirkung gezeigt um das Radio als Vermarktungsinstrument wieder mehr in den Fokus zu rücken.

Ein letzter Rundgang führt uns über den linken Terminalflügel vorbei an den an den Länderlounges, in denen sich die 21 vertretenden Länder mit verschiedensten Labels & Verlagen präsentieren. Doch schon gegen 13Uhr waren nur noch wenige Messeteilnehmer und Interessierte an den Messeständen zu sehen:

Allgemein wirkte die Popkomm streckenweise angenehm leer. Das ein Ansturm an Messebesuchern ausblieb, ist relativ simpel dem Fakt zu schulden, dass in diesem Jahr auf den öffentlichen Besuchertag verzichtet wurde, und die Popkomm 2011 eine reine Fachmesse für geladene Aussteller und Delegationen der Branche gewesen ist.

Fraglich bleibt, inwieweit sich drei Messetage für die Popkomm Live Showcases gelohnt haben, die laut Music Manager der Popkomm, Paul Cheetham, im Vorfeld sorgfältig ausgewählt wurden. Während die Entscheidungsträger und Medienvertreter, deren Anwesenheit für einen Mainstreamdurchbruch so entscheidend wäre, in geschlossenen Konferenzbereichen agierten, spielten zumindest einige der Künstler vor nicht mehr als einer Hand voll Publikum. Eine generelle Schwäche im Konzept der Messe? Problematisch war sicher auch, dass die drei Venues Silverwings, La Vie en Rose & Friseur als Bühnen dienten, die im dezentralen Flughafengebäude definitiv zu abseits des Hauptgeschehens lagen.

Aufgefallen ist ebenfalls, dass einige der angebotenen Roundtables mit eigentlich verheißungsvollen Themen mit wenig aussagekräftigen Ergebnissen endeten und teilweise am Thema vorbeigingen, was für die kommenden Jahre sicher ein verbesserungswürdiger Vorsatz ist.

Unser Fazit: Keine drei perfekten, aber in jedem Fall sehr informativen Messetage liegen hinter uns. Wir hoffen, dass die Lokalität auch im nächsten Jahr wieder auf den prädestinierten Tempelhofflughafen fallen & sind gespannt auf die Popkomm 2012!

Kurzmeldungen

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