Lady Gaga Livereview - So war's

Wenn der größte Popstar der Welt zu Besuch ist, müssen wir einfach dabei sein. Wir erzählen, wie Lady Gaga und The Darkness in der O2 World waren. Das beste Hairmetalkonzert ever.

Es war wirklich ein Abend, der Angst machte: Als die großartigen The Darkness um 19.30 Uhr auf der Bühne stehen, ist die gigantische Halle nicht einmal zur Hälfte gefüllt, es herrscht Totenstille nach den Songs. Wir haben Angst. Ein riesiger Vorhang verdeckt große Teile der Bühne. Hier zeigte sich, dass der Job als Vorband der größten Ikone unserer Zeit sehr hart ist. Aber Justin Hawkins alias Captain Jack Sparrow kramte tief in der Trickkiste des Entertainments (persönliche Gespräche mit Andrew aus dem Publikum, Plektrumzielschießen und die Drohung, dass Gaga nicht komme, wenn keiner mitmacht) und brachte die Meute damit halbwegs auf Trab. Musikalisch: Gitarrensex. Tolle Band, schicker Spandex am Frontmann, der extrem hohen Falsett hinbekommt und zum Schluss gab's den Überhit "I Believe In A Thing Called Love".

Nun zu Gagas "Born This Way"-Show: Mozart und Smetana brummen als pompöse Umbaumusik durch die Halle, die sich nun bis unters Dach gefüllt hat. Dann reitet sie auf einem Pferd (natürlich kein echtes) langsam mit ihrer kleinen Armee (alle in fiesen Sauron-Kostümen und mit gigantischen Knarren) über die kreisförmige Bühne, die durch den Zuschauerraum geht. Sie bleibt ganz vor in der Mitte stehen und die Show beginnt mit Highway Unicorn, das Publikum kocht sofort über. "Guten Abend Deutscheländ!" Auf der Bühne wird eine gigantische Burg enthüllt, in den Fenstern sieht man ihre grandiose Liveband, die dank zwei famoser Gitarristen den Abend eher zu einem Metalkonzert macht. Fetter Sound. Die Burg öffnet sich, Gaga ist nun eine gigantische Schwangere, aus deren Uterus die Tänzer springen. Krank.

Von nun an werden die Hits geschmettert, die Kostüme machen jedem Cosplayer Konkurrenz und irgendwie hat sie immer eine Knarre in der Hand. Tolle Choreo, Gaga hat ziemlich dicke Fußballer-Schenkel, die sie für das zweieinhalbstündige Spektakel sicherlich auch braucht.

Ein Diamant aus Leuchtstoffröhren schwebt auf die Bühne, eine gruseliges Gesicht, das eine digitale Projektion von Gagas Gesicht zu sein scheint, führt in die drei Kapitel der Show ein. Gekreische und leicht ängstliche Gesichter wegen des gruseligen Robotergesichts.

Sexuell aufgeladen, sehr persönlich und pathetisch spricht Gaga das Publikum an, fordert von jedem absoluten Partywillen. Schließlich habe auch sie am nächsten Tag wieder viel Arbeit vor sich. Scheiß auf den Kater! Sie beherrscht die Halle, ganz allein. Fährt mit ihrem Motorrad-Piano (Manowar wären neidisch gewesen) durch die Halle und bereitet schließlich den emotionalen und intimsten Höhepunkt vor: Sie holt sich stellvertretend für das gesamte Publikum ein überglückliches blondes Mädchen auf die Bühne. Sie umschlang Gaga auf ihrem Motorradpiano direkt und ließ sie nicht mehr los: "Hey, I need this hand to play my next song. Give it back to me!" Unglaublich süß, als ob sie ihre verlorene Mutter wiedergefunden hätte, klammerte sich das Mädchen an Gaga und singt sogar etwas im Duett mit ihr. Dann wurde sie wieder ins Publikum entlassen, mit der Bitte, mit ihren Freunden ins Backstage zu kommen.

Nach gefühlten drei Stunden und unzähligen Reden über Individualität, Brüderlichkeit und Freiheit sitzt Gaga auf einem Sofa aus Fleisch und bringt Alejandro, verkleidet sich wiederum als Sauron von Herr der Ringe bei Paparazzi, lässt sich nicht lange zur Zugabe bitten. Ein großer Abend geht zuende. DJ Bobo hätte sicherlich Bauklötze gestaunt bei der Inszenierung. Es war ein Theaterstück mit Musik, großer Choreo und vor allem Kostümen. Für uns die Oper des 21. Jahrhunderts. Und für circa 90 Euro sind die Karten mittlerweile auch ähnlich teuer. Aber schließlich sieht man der Welt größten Star nicht so schnell wieder.

Und eines können wir nach unzähligen sehr knappen Kostümchen sicher sagen: Lady Gaga hat definitiv keinen Penis.

PS: Wir hatten leider keine Fotoerlaubnis (es wurden schlichtweg gar keine erteilt), deshalb müssen schlechte Handybilder diesen Artikel illustrieren.

Kurzmeldungen

Ihr steht auf Supergroups? Ihr mögt Elektro-Pop? Dann solltet ihr Mule & Man, die Kollaboration von Bonaparte und Kid Simius feiern. Die Protagonisten des Videos, das im Prince Charles gedreht wurde, scheinen den Klängen dagegen nicht so viel abgewinnen zu können.... Seht selbst.

Das Warten hat ein Ende: der britische Produzent SOHN hat über Nacht einen neuen Track veröffentlicht und außerdem Konzerttermine in Europa angekündigt. Trockene, analoge Drum-Sounds treffen auf intensive Synthies, verfeinert von SOHN´s wohliger Soul-Stimme.

Mit "Sweetlove" ist der österreichischen Weirdpop-Band wieder einmal ein Song voller Erotik und Ironie geglückt. Den Song gibt es ab jetzt samt Video online!

Unter den drei Tracks der EP ist auch das Ben E. King Cover "Stand By Me", das Florence Anfang des Jahres veröffentlichte. Auf den drei Tracks erschafft die preisgekrönte britische Musikerin wie gewohnt mystische und sphärische Klangwelten, gespickt mit hymnischen Melodien. Das Album kann man für...

Nach "Vienna", "Phoenix" und "Palms" hat Thom Sonny Green nun seinen vierten Vorabtrack zum bald erscheinendem Debüt-Album veröffentlicht. "Preach" ist ein vierminütiges Instrumental aus sphärischen Synthies und tranceartigen Drum-Loops. Das Album "High Anxiety" wird am 19.8. über das selbst...

Elias’ Single „Revolution“ hat ja bereits weltweit die Runde gemacht und Leute umgeworfen. Nun legt uns der junge Singer-Songwriter seinen Song „Down N Out“ mit einem beeindruckenden, aufwändigen Video ans Herz. Irgendwie mussten wir da an Björk denken. Aber schaut einfach selbst.

Die Single "Don't Go" vom Sänger und Songwriter Reece ist bereits im letzten Jahr zu einem kleinen Internet-Phänomen geworden. Nun hat der Berliner Producer Jumpa seine Version des Tracks veröffentlicht. Etwas housig und nach vorne gehend und mit dem Potenzial ein richtiger Radio-Hit zu werden.

Es ist immer wieder beeindruckend, was für tolle Tracks man mit denkbar überschaubarem Equipment zaubern kann. Rico Loop braucht dafür nur ein Micro und seine Loop-Station. Eine Bühne braucht er dafür auch nicht. Den Part übernimmt die Oranienstraße in Kreuzberg, die er auf kreative Weise in diesen...

"Mount Ninji And Da Nice Time Kid" wird das kommende Album der Zef-Raver heißen. Erscheinen wird es am 16.09.16 Eine erste Single gibt's auch schon: "Banana Brain". Hier könnt ihr sie euch angucken. " Mount Ninji And Da Nice Time Kid" könnt ihr hier vorbestellen .

Wir feiern Honne ja sehr. Darum freuen wir uns ganz besonders über den Release ihres ersten Albums mit dem Titel "Warm On A Cold Night", das bei Warner Music erscheint. Eine ausführliche Review zu Honne lest ihr demnächst bei uns. "Warm On A Cold Night" von Honne könnt ihr hier kaufen.