Club Transmediale Programm Teil 2

Das Programm ab Mittwoch mit einigen Empfehlungen.

Donnerstag, 02.02.2012

Pre-Cert Home Entertainment

19.30 Uhr HAU2, 12/8 Euro

Applehead, Anworth Kirk, Slant Azimuth

Das englische Label Pre-Cert Home Entertainment präsentiert einige seiner Künstler, darunter Applehead, der Samples von erotischen, spanischen, italienischen Horrorfilmen, Märchen und Krimis in dunkle, europäische Surealismusfilme mixt.

Mohn – Live

19.30 Uhr HAU1, 18/13 Euro

Hinter dem Duo mit dem Namen der Pflanze, die aber auch die Grundlage für die Opium Produktion liefert, verbergen sich Wolfgang Voigt und Jörg Burger. Sie gelten als die Mitbegründer des "Sound of Colone" und des Minimal Techno in Deutschland. Als Mohn präsentieren sie erstmalig narkotische Tanzmusik für das Kopfkino in Slow-Motion.

Blurred Gateways

21.00 Uhr Berghain, 19 Euro

Balam Acab, Holy Other, oOoOO, Kuedo, Puzzle

Das New Yorker Geister-Pop-Label TRI-ANGLE präsentiert ein Dreierpackage mit der lang erwarteten Europapremiere von BALAM ACAB sowie HOLY OTHER und dem neuen Liveset von oOoOO. Mit KUEDO, dem Solo-Projekt von Jamie Teasdale, bekannt als Hälfte der dunkel-industriellen Dubstepper Vex’d, und PUZZLE ist dieser spezielle Abend im Berghain komplett. Ein Trip in die vernebelten Zonen verlangsamter Hiphop-Beats, verhallter Vocals und eskapistischen Sci-Fi-Souls.

Tapping The Real

21.00 Uhr Berghain Kantine, 12 Euro

O’Tannenbaum DJs, IAMTHATIAM, Stellar Om Source, Heatsick, ITAL

Rohe Analog-Beats zapfen das Reale der elektrischen Materialströme an und entfalten eine unpoliert spannungsbrummende Psychedelik auf dem Dancefloor.

Hieroglyphic Being (US) aka Jama Moss aus Chicago gehört definitiv zu den unangepasstesten und experimentierfreudigsten Produzenten zeitgenössischer Tanzmusik. IAMTHATIAM ist das Alias für seine abstrakteren, improvisierten Live-Performances, bei denen er schon mal die Sync-Kabel seiner Hardware zieht und völlig in eine intuitive Verbindung mit seinen Maschinen eintaucht: »I am the midi & the sync, I quantize from my mind and I sequence in real time«, so Moss im Interview mit ITAL.
Daniel Martin McCormick, bekannt durch Projekte wie Mi Ami und Sex Worker, widmet sich unter dem Namen ITAL seiner ganz eigenen post-historischen Anverwandlung von Schlüsselmomenten des elektronischen Hedonismus der letzten dreißig Jahre. Dabei tritt er aus den Bezugsrahmen seines sonstigen Schaffens – zwischen Post Rock, weißem Krach und Hypnagogik – heraus. Mit einer Handvoll Maxis auf Labels wie Lovers Rock und 100% Silk hat Ital seinen eigenen seelenvollen Outsider-House geschaffen. Dabei ist es ihm gelungen, zwischen Warenhaus, Hazienda und Kornkreisrave einige der rauschhaftesten Tanzflächenfüller vorzulegen, zu denen man in den letzten zwölf Monaten das Wochenende durchtanzen durfte.

HEATSICK ist das Soloprojekt von Steven Warwick von Birds of Delay. Ein Casio-Keyboard, Stimme, Perkussion und diverse Effektgeräte bilden die Grundlagen seines organischen Sounds mit DIY-Feel, der Body/Dance-Musik durch ein psychedelisches Prisma schickt.

Christelle Gualdi aka STELLAR OM SOURCE aus Den Haag, zumeist bekannt für ihre kosmischen Ambientsounds, gibt in dieser Nacht ihre clubbige Seite zum Besten und erzeugt mit analogen Vintage-Synthesizern hypnotisch treibende Beats from outer space.

Freitag, 03.02.2012

Blues Dhikr Al-Salam

19.30 Uhr, HAU2, 12/8 Euro

Die schwedisch-amerikanische Komponistin, Mathematikerin und Philosophin Catherine Christer und The Chora(s)san Time-Court Mirage performen eine vierstündige Liveuntersuchung der modalen Tonleitern.

Besetzung: Catherine Christer Hennix (SE) » voice, computer, sine waves, live electronics

Amelia Cuni (IT) » solo voice

Franz Hautzinger (AT) » microtonal trumpet

Robin Hayward (UK) » microtonal tuba

Hilary Jeffery (UK) » trombone

Ralf Meinz (DE) » live sound, live electronics

Paul Schwingenschlögl (AT) » flugelhorn, trumpet

Paranoiac Paradise

23.00 Uhr Berghain Kantine, 12 Euro

Kettel, Co La, James Ferraro, Novo Line, Andy Votel

James Ferraro, Kettel, Andy Votel, Co La und Novo Line unternehmen verführerisch unheimliche bis alptraumartige Ausflüge zu den Müllhalden, Flohmärkten und Discountern der Popkultur. Dabei entwerfen sie ein ebenso groteskes wie klarsichtiges Panorama der hypersynthetischen Kommunikations- und Konsumwelten, die sich zwischen ungezügeltem Materialismus und digitalem Mega-Entertainment aufspannen.

JAMES FERRARO ist bekannt als eine Hälfte von The Skaters und Lamborghini Crystal. Er betreibt zudem das Label New Age Tapes, veröffentlicht solo und unter zahlreichen Synonymen. Furore sorgt er derzeit mit seinem aktuellen, auf Hippos in Tanks erschienen Album »Far Side Virtual«, für das er sein bisheriges Low-Fi-Konzept über Bord geworfen hat, um seine auch zuvor schon beeindruckende ästhetische Analyse der bewusstseinsverformenden Konsumwelten zu perfektionieren – indem er bis zum Hals in die kitschig-schleimigen Sounds von Werbung, Betriebssystemen, Smartphone-Apps und allerlei Corporate-Selbstdarstellungsmüll eintaucht. ANDY VOTEL betreibt das englische Musiklabel Finder Keepers, das sich durch thematische Anthologien, Erstauflagen noch unveröffentlichter Archivmaterialien und Wiederveröffentlichungen nicht mehr erhältlicher Musik aus allen Ecken der Welt der Geschichtsschreibung obskurer Popmusik verschrieben hat. Und so klingen auch Votels DJ-Sets.

Der Niederländer KETTEL beschreibt sich als »elixir-brewing, camping-loving and musicmaking sorcerer-to-be«” Auf seinem aktuelles Album »Myam Orbs 2« verschränkt Kettel New Age-Paradiese mit barockem Kitsch und 303 Acid Electronica zu einem entschieden ambivalenten Sound, der nicht preisgibt, on man ihn lieben oder hassen soll.

#Not Equal

20.00 Uhr, Berghain, 22 Euro

Opium Hum, Ben Frost with Shahzad Ismaily & Borgar Magnason, Mika Vainio, Morphosis, Roly Porter, MFO u. a.

Die Reihe ≠ (not equal) im Berghain sondiert das Verhältnis von Klangforschung, Inszenierung, Narration und Affekt innerhalb aktueller elektronischen Musik. Das gemeinsam von Berghain und CTM erarbeitete Line-up zur zweiten Folge führt durch verschiedene Stadien von Listening bis Club, bei denen jedoch stets dramaturgische Dichte, dunkle Klangfarben, die intensive Körperlichkeit des Sounds und seine materielle Rauheit im Zentrum stehen.

Während in den Umstürzen des Millenniums der positive Push des Rave mit futuristischem Drive Utopien von egalitärem Gemeinsinn, emanzipatorischen Technologien, befreiten Orten und Körpern entwarf, reflektiert elektronische Musik heute mit beunruhigender Tonalität häufig auch die bedrängenden Effekte zwischen medialer Entwirklichung, Kontrollgesellschaft und den sich verselbständigenden Materialströmen, in die wir eingetaucht sind.

Mit hypnotischer Tiefe, soghafter Psychedelik, körnigen Texturen und rohen Frequenzen neutralisieren oder verstärken die Künstler dieser speziellen Konzert-/Clubnacht das nach innen gewendete Unbehagen solcher Wahrnehmungen und ihrer psycho-sozialen Wirkungen. 

Pixel Soul & Cyber Bling at the Outlaw Discotheque

23.00 Uhr, Kater Holzig, 10 Euro

Ghettospheric, Taprikk Sweezee, ITAL

TAPPRIK SWEEZEE:
Groovemutationen und gepixelter Soul  sind die Elemente aus denen Tapprik
Sweezee seinen DIY R’n’B zusammen baut, der jenseits glatter Oberflächen
operiert, und mit sich spiegelnden Stimmen und verzerrtem Maschinenklang
den Funk abstürzender Festplatten feiert.  Die Liveshows sind Exzesse aus
digitalem Bounce, geschredderten Loops, facettierten Vokallinien und der
Anmut eines Androiden, der bei ‚The Grind‘ einfach weitertanzt, nachdem
man ihn in den Pool geschmissen hat.  Seine zwei  EP Veröffentlichungen
‚Conversea‘ und ‚Poly‘ sind bei Muisk aus Strom erschienen, flankiert von
der irrwitzigen ‚Repolyx‘ Remixsammlung. Nebenher betreibt er in seiner
Wahlheimat Hamburg das Zoik Musik Miniaturlabel.

ITAL:
Daniel Martin McCormick, bekannt durch Projekte wie Mi Ami und Sex Worker,
widmet sich mit dem ITAL Projekt seiner ganz eigenen post-historischen
Anverwandlung von Schlüsselmomenten des elektronischen Hedonismus der
letzten dreißig Jahre. Dabei tritt er aus den Bezugsrahmen seines
sonstigen Schaffens, zwischen Post Rock, weißem Krach und Hypnagogik
heraus, und hat mit einer Hand voll Maxis auf Labels wie Lovers Rock und
100% Silk seinen eigenen seelenvollen Outsider House geschaffen, und dabei
einige der rauschhaftesten Tanzflächenfüller zwischen Warenhaus, Hazienda
und Kornkreisrave vorgelegt, zu denen man in den letzten zwölf Monaten das
Wochenende durchtanzen durfte.

GHETTOSPHERIC:
Drei englische Ex-Pats und ein Berliner Underground Aktivist gründen neben
ihren Jobs als Booker, Grafiker, Promoter und Musikproduzent, ein DJ Team
aus Anlass des zehnten Todestages von Aaliyah, jener viel zu früh
verstorbenen Ikone des Spätneunziger R’n’B, und nehmen dies als
Ausgangspunkt für wahnwitzige Allnighter Partys, bei denen mit  obskuren
Remixen und slicken Originalen der urbanen Mainstreammusik der
Jahhundertwende gehuldigt wird, und reichern das dann noch mit
runtergepitchtem Chicago Juke, Edits von klassischem 60/70er Soul und
Bassline House an, und die versammelte Gemeinde gibt sich dabei einer
weltlichen Extase aus libidinösen Grooves und schierer Funkiness hin.

Link zur Webseite

 

Kurzmeldungen

"On Hold", die erste Single von The xx' neuen Album "I See You" ist ja schon eine Weile draußen und hat bereits für reichlich Gesprächsstoff unter den Fans gesorgt. Speziell der plötzlich so immens wirkende Einfluss von Jamie xx wird kontrovers diskutiert. Nun hat die Single auch endlich ein Video...

Ich weiß noch, als ich vor wenigen Jahren eine Dubstep-Party mitorganisierte. Im Gegensatz zu anderen Partys, feierten wir den Hype um den noch sehr jungen Producer Skrillex. Die Reaktion von Anderen aus der Berliner Musik-Szene war doch - sagen wir mal - weniger feierlich. Dieser neue Trend,...

Es ist immer wieder beeindruckend, was für tolle Tracks man mit denkbar überschaubarem Equipment zaubern kann. Rico Loop braucht dafür nur ein Micro und seine Loop-Station. Eine Bühne braucht er dafür auch nicht. Den Part übernimmt die Oranienstraße in Kreuzberg, die er auf kreative Weise in diesen...

Durch Moderats Album "III" haben wir uns bereits X-mal durchgehört. Da ist ein wenig Abwechslung nicht schlecht. Die kommt in diesem Fall vom deutschen Techno-Duo Âme, die den Track "Running" ge-remixt haben. Schönet Ding. Falls ihr es noch nicht schon längst habt, könnt ihr "III" von Moderat hier...

RL Grime hat auf dem Bonnaroo-Festival ein ganz schön dickes Set quer durch die gesamte Bass Music abgeliefert.