Tokio Hotel am 4.4. im Huxleys - Mit der Dream Machine vom Deutschrock zum Alternative Pop | Konzert-Review

Nach zweijähriger Funkstille meldete sich das Magdeburger Quartett Tokio Hotel im März mit ihrem neuem Album "Dream Machine" endlich zurück. Natürlich durfte bei ihrer Europatour zum Album ein Konzert in der Hauptstadt Berlin nicht fehlen.  

Ausnahmezustand im Neuköllner Huxleys: die einstigen Teenie-Idole Bill, Tom, Gustav und Georg lieferten am Dienstagabend auf einer spektakulären Bühne eine Wahnsinns-Show ab, mit der sie nicht nur alteingesessene Fans begeistern konnten. Auffällig war, dass sich die Band nach über einem Jahrzehnt im internationalen Musikgeschäft nicht nur äußerlich, sondern auch musikalisch stark verändert hat. 

Die gewohnte Konstellation von Bill als Sänger, Tom als Gitarrist, Georg als Bassist und Gustav als Schlagzeuger besteht zwar immer noch, jedoch wurde sie im Rahmen ihres neuen Kunstprojektes auf ein anderes Level gebracht. Denn anders als zu Zeiten der Alben "Schrei", "Zimmer 483" und "Humanoid", haben Tom und Georg zusätzlich zu den Liveinstrumenten programmierte Sounds über Track- und Drumpads abgefeuert; oben drauf gab es eine Drum-Soloeinlage von Tom, die die Halle zum beben brachte.

Grundsätzlich lässt der Sound keinesfalls an den aus alten Zeiten erinnern. Ohne das Mitwirken von anderen Produzenten und Songwritern, haben Tokio Hotel einen Mix aus Alternative Indie Pop, analogen Rethro-Synths, modernen Beats und starken Baselines gezaubert und somit ein Album entstehen lassen, mit dem sie sich musikalisch komplett verwirklicht haben.

Während die Bühne durch knallbunte Neonleuchten erstrahlte, rockte Bill Kaulitz in einem seiner extravaganten Outfits bei einem Song sogar gemeinsam mit ein paar Fans die Bühne. Auch die Stimmung unter den Fans im Publikum glich während der Show einer ausgelassenen Party. Nachdem die Band einige Fans der ersten Stunde mit ihrem Debütsong "Durch den Monsun" zu Tränen rührte, wurde das letzte Deutschland-Konzert der Tour mit einem buntem Konfetti-Feuerwerk beendet - eine Liveperformance, die man gesehen haben sollte!

Kurzmeldungen

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James Blake + Frank Ocean + Natalie Portman = <3 <3 <3

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Ist das Kunst oder kann das weg?