Überlebenskampf in der Wuhlheide - Beatsteaks Live

 

Die Beatsteaks gaben vor ausverkauftem Haus in Treptow ein explosives Konzert.

[Ansage Peter:] Ne Knüppelnummer!

 

 

Prinzipiell auch eine ganz passable Zusammenfassung dessen, was sich am Samstag in der Wuhlheide abgespielt hat – die Beatsteaks wieder einmal zurück in der Heimat! Nachdem bereits am Vorabend die ausverkaufte Wuhlheide die volle Spielfreude der Band zu spüren bekam, folgte vor erneut rund 17.000 Zuschauern am 12. Juni das zweite, eigentliche Berlinkonzert der Beatsteaks Tour zum aktuellen Album "Boombox".

Schon gegen 20 Uhr flammten an diesem Abend erstmals die Spots auf, als die Vorgruppe "Kitty, David & Lewis" die Bühne betraten. In ihrem 45-minütigem Programm, welches sich genretechnisch stark am Swing und R’n’B der 50’er Jahre orientiert, sprachen die drei Geschwister aus England hauptsächlich die Rockabilly-Fans im Publikum an. Da Rockabilly-Fans erwartungsgemäß nicht wirklich anwesend waren, hielt sich die Stimmung zumeist in Grenzen. 

Nicht zuletzt, weil sich das Vorgruppengemunkel in einschlägigen Fanforen nicht bewahrheitet hat: Insgeheim hatten doch alle gehofft, dass sich hinter dem unbekannten Namen keine geringeren als Die Ärzte verbergen. Hatten doch alle Omen dafür gesprochen: Hatte nicht Arnim eine Woche zuvor auf dem Rock Am Ring lauthals "Zu spät" gecovert? Hat nicht vor wenigen Wochen ein mysteriöses Trio namens Laternen Joe auf einer anderen Bandtournee für riesige Überraschungen gesorgt? Kann es Zufall sein, dass sich vor dem Konzert hunderte Zuschauer vorm Kleiderschrank für ein Ärzte-Shirt entschieden haben? Ich bitte kurz darum noch einmal den Beginn der 2ten Strophe des Ärzte-Titels Unrockbar des gleichnamigen Albums von 2003 ins Gedächtnis zu rufen. Ein Versehen? Ich glaube nicht....Und doch bleibt dieses unverhoffte Privileg und geniale Promoaktion wohl nur den Besuchern der vergangenen Bonaparte-Tournee vorbehalten, nachdem sich auch schon ähnliche Gerüchte um den niegehörten Headliner vom Immergutfestival in Rauch auflösten.

Aber Augen auf die Bühne: Beatsteaks haben sich erneut als eines der lohnenswertesten Live-Bands überhaupt bestätigt. 35€-Ticketpreis waren kein Cent zu viel für die knapp zweieinhalb-stündige Show, die die Band dafür gab. Im Gegensatz zur relativ kleinen Backline auf der Bühne,  die locker auch ins Huxleys gepasst hätte, waren Licht- und Soundshow schlicht überragend. Angefangen mit "Summer" und "Hand in Hand", bot die komplette Setlist einen gesunden Mix aus Boombox und allen vorangegangenen Alben. Die Bühne, die vielen Fans schon von der Tour 2007 bekannt vorkam, wurde nach dem ersten Drittel um die besagte Boombox erweitert: Die Videowand über der Bühnenrückseite wurde zur riesen Anlage inklusive bummernder Speaker und Bildschirm, der die Fans mit Livecams direkt von der Bühne versorgte. Das Ende der Hauptshow dazu mit dickem Feuerwerk, die allerletzte Zugabe "Let me in" mit mit einer explodierenden Wolke aus Konfetti, beste Atmosphäre auf der Bühne – einmalig.

Obwohl es schwer war, sich bei der Stimmung überhaupt festzuhalten, blieb ich die ersten 90 Minuten zum entspannten Gucken am Wellenbrecher und überließ den Überlebenskampf den 14-Jährigen, unvorbereiteten FlipFlop-Mädchen vorne im Moshpit. Nachdem die erste Tanzwut aber abgebaut war (und wohl von den überrannten Mädels eine mit gebrochenen Füßen den Pit verlassen haben dürften), konnte weder mich noch wohl sonst jemanden davon abhalten, mit dem aufgeheiztem Publikum mitzuspringen. Egal welcher Track, ob "Cut off the Top", "Barfrau (1 & 2!) "... "Loyal to None" oder die aktuelle Single "Milk & Honey" während der ersten Zugabe – die Stimmung ging kontinuierlich nach oben. Persönlicher Höhepunkt: "Not Ready to Rock"

Ohne Abstrich ein Top-Konzert. Aber eigentlich kann  man sich doch jetzt nicht noch ein drittes Ticket für die letzte Show im Dezember leisten ...

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