Livereview: Pentagram am 10.06. im Festsaal Kreuzberg

 

An Vieles musste ich mich bei Berliner Metal Konzerten erst gewöhnen: leere Hallen, verschränkte Arme, schlechte Stimmung und quälendes Desinteresse an Newcomern. Aber das Konzert von PENTAGRAM und KADAVER hat mich eines Besseren belehrt!

 

Pentagram, die Band um Doom Metal Kultfigur Bobby Liebling, sind eine der ältesten Underground Bands des Heavy Metal. Sie waren die Pioniere des Doom Metals in den 1970er Jahren und haben bis vor Kurzem nie die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eigentlich verdient hätten.

 

Nachdem sie 2011 ihr neuestes Album Last Rites veröffentlichten und im März diesen Jahres die Doku Last Days Here in den Kinos anlief, die das Leben, die Musik, die Drogen und dieSünden von Bobby Liebling beleuchtet, wächst ihr Erfolg und Ruhm sichtlich.

Und genau das merkte man auch am Sonntag im Festsaal Kreuzberg: Volles Haus, zwei grandiose Bands und ein Publikum, das von der ersten Minute der Vorband Kadaver bis zur letzten Note von Pentagram bereit war, selbst nach einem durchfeierten Wochenende, alles zu geben.

 

Kadaver freuen sich sichtlich für Pentagram im Vorprogramm spielen zu dürfen. Laut Sänger und Gitarrist Lindemann sind sie selbst große Fans der Band und hätten nie gedacht, jemals ein Konzert von Pentagram zu eröffnen. Kadaver haben selbst einige Fans im Publikum. Trotz erst einer veröffentlichten LP, hat das Berliner Trio einen gefüllten Festsaal Kreuzberg und nach diesem mitreißenden Auftritt sicherlich einige Fans mehr. Kadaver spielen nicht nur 70s Hardrock der Extraklasse, nein, sie leben ihn auch. Wer Lindemann, Mammut, und Tiger live erlebt, fühlt sich zurückversetzt in die Zeit von Black Sabbath und Led Zeppelin und wünscht sich lange Haare, Schnauzbart und Schlaghosen. Das Publikum ist begeistert und nach gut 40 min wird Platz gemacht für Pentagram.

 

Große Erwartungen sind an Bobby Liebling geknüpft. Da es schon einige Male passiert ist, dass Pentagram nach dem Soundcheck doch nicht auf die Bühne konnten, da Liebling sich mit Heroin in die Besinnungslosigkeit katapultiert hat, wartete das Publikum vor der Bühne gespannt auf die Band. Bobby Liebling ist aber seit einiger Zeit clean und trocken und somit eröffnen Pentagram mit "Treat Me Right", einen Hard Rock Song von ihrem neuesten Album Last Rites, ihr Set. Bobby Liebling ist ein geiler Bock, der sich permanent in den Schritt greift und am Ende des Abends jedes Mädchen mit seinen dämonisch blauen Augen angestarrt hat. Wenn dieser Mann nicht vom Teufel besessen ist, dann ist er es höchstpersönlich. Denn diese makabre, fast schon Gothic-Metal ähnliche Bühnenpräsenz Lieblings, wirkt fern von dieser Welt. Die Kommunikation zwischen Liebling und Gitarrist Victor Griffin wirkt sehr vertraut. Dort haben sich zwei Musiker gefunden, die musikalisch perfekt zusammen harmonieren. Bassist Greg Turley sowie Drummer Albert Born werden gekonnt von Liebling ignoriert, und dienen auf er Bühne eher als Komplettierung der Band. Pentagram sind von der euphorischen Stimmung des Publikums höchst erfreut und verabschieden sich mit der Zugabe "When the Screams Come", den Griffin in einen bluesigen Jam erweitert.

 

Die Set List der Band lässt keine Wünsche offen, doch wer Pentagram schon ein mal live erleben durfte, merkt, dass sie seit 2 Jahren mit den gleichen Songs auf Tournee sind. Schade, aber dennoch ein grandioser Auftritt der Doom Metal Legenden aus Virginia.

 

Set List:

Treat Me Right

Forever My Queen

Review Your Choices

Sign of the Wolf/ Sinister

Into the Ground

Vampyre Love

Evil Seed

Death Row/ All Your Sins

Call the Man / Relentless

Nothing Left

Dying World

Zugabe:

Wartime

When the Screams Come

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