Livereview: Lynyrd Skynyrd am 07.06. in der Zitadelle + Fotos

Aus Sweet Home Alabama wird Sweet Home Zitadelle. Lynyrd Skynyrd machten auf ihrer Welttournee einen Stopp in Berlin und spielten ihr Best Of Programm aus fast 50 Jahren Bandgeschichte. Support: The Brew

Es passiert mir selten, dass ich von einem Konzert nach Hause komme und direkt wieder die Musik der Band einschalte, weil ich einfach nicht genug bekommen kann. So geschehen letzten Donnerstag nach dem Konzert von Lynyrd Skynyrd. Und das muss schon was heißen!

Vorband waren die britischen THE BREW, die mit ihrem heavy Bluesrock gut beim Publikum ankommen. Die 3 Herren schaffen es trotz kurzer Spielzeit, viele Menschen vor die Bühne zu ziehen und vor allem der erst 23-jährige Sänger und Gitarrist Jason Barwick spielt mit derartiger Leidenschaft, dass es schwer fällt, wegzuschauen. Rockmusik mit einer bluesigen Note lebt und hat wieder Zukunft. Also darf gespannt auf ihr nächstes Berlinkonzert gewartet werden.

Lynyrd Skynyrd sind eine der legendärsten Bands der Rock-Geschichte. Kaum ein Song wurde so oft gecovert wie Sweet Home Alabama, selten ein Tod so sehr betrauert wie das tragische Ende dreier Bandmitglieder bei dem Flugzeugabsturz 1977 und nie hatte ein Musikgenre schon Helden, bevor es als solches überhaupt betitelt wurde.

Lynyrd Skynyrd sind lebende Legenden und selbst wenn die Band durch einige Besetzungswechsel gehen musste, so darf man sie nicht verpassen, denn sie sind eine der besten Livebands unserer Zeit.

Zehn Bandmitglieder betreten die Bühne und verbreiten sofort gute Stimmung. Es macht Spaß Johnny Van Zant singen zu hören und zu sehen. Überhaupt die ganze Band scheint sichtlich erfreut zu sein, ihre Songs live zu performen und bietet dem Publikum dafür eine energiegeladene Bühnenpräsenz. Nur leider kommt diese Energie nicht bei jedem an.

Das Publikum ist fortgeschrittenen Alters und leider etwas tanz-, mitsing- und klatschfaul. Sehr schade, denn Lynyrd Skynyrd liefern eine perfekte Show. Vielleicht schon etwas zu perfekt, denn routiniert sind sie auf jeden Fall. Nach fast 50 Jahren Bandgeschichte sitzt jede Bewegung und jeder Ton perfekt. Die Ansagen wirken zwar eher wie schon zu oft gesagte Floskeln und "don't forget there is someone up above" wird zum Lückenfüller, wenn das Publikum nicht so kreischen will, wie es die Band gerne hätte. Und mit Texas-Flagge, blonden Background-Sängerinnen und Slide-Gitarre bestätigen sie jedes Klischee der Südstaaten. Doch sie haben dieses Klischee selbst mitgeformt. Noch bevor es das Genre Southern Rock überhaupt gab, waren sie schon dessen Pioniere.

Lynyrd Skynyrd haben alle ihre Klassiker im Gepäck: Tuesday's Gone, That Smell, Sweet Home Alabama und Simple Man. Doch so simple sind Lynyrd Skynyrd schon lange nicht mehr. Auch wenn sie mit diesem Song predigen, einfache Männer zu sein, nächtigen sie doch im Ritz Carlton.

Das Konzert ist leider viel zu kurz. Nach nur 80 min verlassen Lynyrd Skynyrd die Bühne und hinterlassen ein glückliches Publikum. Auch wenn sie keine Songs der letzten beiden Alben gespielt haben, ist es durchaus nachvollziehbar, das Konzert so früh zu beenden, da alle Versuche das Publikum zum Mittanzen zu bewegen, leider von den Berlinern ignoriert wurden. Die Band hat es sich zwar nicht anmerken lassen und spielte ihr Klassiker-Set bis zum Ende durch, aber ein euphorisches Konzert war das leider nicht.

So kam als Zugabe der wohl meist gefragte Song der Rockgeschichte: Free Bird. Live geht das 39 Jahre alte Lied gut über 14 Minuten. Und somit durfte das Publikum einen knapp 10 Minuten dauernden Gitarrensolo der vier Gitarristen lauschen, bei dem dann endlich doch die meisten Beine zappelten.

Und das ist die aktuelle Besetzung:

Gary Rossington – Gitarre

Rickey Medlocke – Gitarre

Johnny Van Zant – Gesang

Micheal Cartellone – Drums

Mark Matejka – Gitarre

Peter Keys – Keyboards

Johnny Colt – Bass

sowie Dale Krantz-Rossington & Carol Chase – Backings

Vorband sind die britischen THE BREW, die mit ihrem heavy Bluesrock gut beim Publikum ankommen. Die 3 Herren schaffen es trotz kurzer Spielzeit, viele Menschen vor die Bühne zu ziehen und vor allem der erst 23-jährige Sänger und Gitarrist Jason Barwick spielt mit derartiger Leidenschaft, dass es schwer fällt, wegzuschauen. Rockmusik mit einer bluesigen Note lebt und hat wieder Zukunft. Also darf gespannt auf das nächste Berlinkonzert gewartet werden.

Kurzmeldungen

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