Livereview: Incubus beim Extreme Playgrounds 20.11.2011 Berlin

Lange Wege sind zurückzulegen, um im Velodrom von A nach B zu kommen. Aber wie schon im letzten Jahr, haben sich die Veranstalter wieder sehr viel Mühe gegeben, die riesige Halle passend zur Skateboard- und BMX-WM herzurichten. Aber eigentlich sind wir wegen Incubus da.

Ein großer Streetparcours für die BMX-Bande und Skateboarder dominiert die Halle, Halfpipes sucht man allerdings vergebens. Ein Wort zu den lebensmüden Sportlern: Wer noch nie BMX- oder Skateboarding-Wettbewerben beigewohnt hat, der hat was verpasst. Wenn er auf Nervenkitzel steht: Einer der Biker wurde nach einem krassen Crash, bei dem sein Unterkiefer auf dem Lenker zerschellte, mit dem Notarztwagen abgeholt. Weitaus friedlicher ging es dann vor der Bühne zu.

Der Großteil des Publikums gehörte der jüngeren Generation an und es war nicht zu übersehen, dass der Hauptgrund diese Veranstaltung zu besuchen nicht unbedingt die Bands waren, sondern die atemberaubenden und halsbrecherischen Aktionen der sportlich Aktiven.

Nachdem die Weltmeister im Biken und Boarden gekürt wurden (überraschenderweise erreichte der 14-jährige Deutsche Boarder Jost Arens Rang drei) und Mainact Incubus dran war, kam es doch tatsächlich das erste Mal zu Verzögerungen. Denn eigens für den Auftritt der Kalifornier wurden Teile des Skateparkours‘ abgebaut, damit auch alle Fans genug Platz haben, um sich auszutoben.

Pünktlich um 21Uhr starteten Incubus mit dem 2003er Song "Megalomaniac".

Allerdings hielt die Power des Openers nicht an, da die Band sich offensichtlich dazu entschieden hat, schmalzigeres zu musizieren, als ihr Ruf noch verspricht. Früher ist ja sowieso alles besser, Incubus waren mal Rocker. Es folgten hauptsächlich neue Lieder, welche eher Kuschelstimmung auslösten, als wilden Pogo. Mit Hilfe einer kolossalen LED-Leinwand im Hintergrund wurde der Show ein beeindruckendes Ambiente amerikanisch-gigantomanischen Ausmaßes verpasst. Da nun hauptsächlich ruhigere Töne angeschlagen wurden, wäre es auch unpassend gewesen, alle großen Hits zu spielen, das hätte vielleicht die besinnliche Preadvents-Stimmung zerstört. Trotz der triefenden Schmachtigkeit war es ein sehenswertes Konzert, natürlich höchst professionell und musikalisch unterhaltsam.

Extreme Playgrounds besuchen wir nächstes Jahr sehr gern, wenn die Bands auch ein bisschen extremer würden, damit extreme Akrobatik mit Kieferbruch und Moshpit mit Kieferbruch-Ambiente adäquat zusammenfinden.

Kurzmeldungen

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