DEN VORURTEILEN ZUM TROTZ – SEPULTURA IM SO36

DEN VORURTEILEN ZUM TROTZ – SEPULTURA IM SO36

Am vergangenen Mittwoch war es soweit und das Metalschwergewicht Sepultura spielte im SO36.Die Meinungen über dieses Konzert gingen allerdings im Vorfeld stark auseinander:

Da waren zum einen die eingefleischten Fans, die der Band schon seit ihrer Gründung 1984 die Treue halten; außerdem einige Ungläubige den man die Zweifel ins Gesicht geschrieben sah mit: "Naja, ich werd´s mir mal angucken, wenn sie schon mal da sind."; und die letzte Gruppe verharrend in einer Das-muss-ich nicht haben-Früher-war-alles-besser-Stimmung. Am tatsächlichen Konzertabend verbanden sich aber alle zu einer begeisterten und angeheizten Masse; Jung und Alt, Mann und Frau, Metaler und Hippie, zusammen genoss man bei gefüllten 50 Grad Celsius ein gutes Konzert.

Sepultura gingen drei Vorbands voraus und noch während die letzte spielte, verhängte die Abendkasse das Ausverkauft-Schild. Dementsprechend platze das SO36 aus allen Nähten. Eng gedrängt setzte sich die Masse dann auch mit dem ersten Song in Bewegung. Und obwohl seit Ende der 90er-Jahre dabei, muss sich Frontmann Derrick Leon Green immer wieder einem teilweise kritischen Publikum stellen. Diese Hürde nahm er aber mit Bravour. Er überzeugte durch seine starke Bühnenpräsenz, mit einer sehr vielschichtigen Stimme die gleichermaßen singen, rappen und grölen kann und blieb dem Publikum mit seiner teilweise etwas irren, aber trotzdem sehr sympathischen Ausstrahlung, dem breiten Grinsen und den vielen Danksagungen durchgehend positiv in Erinnerung. Die Songauswahl und deren Ansagen zeigten, dass auch nach zahlreichen Umbesetzungen und verschiedensten Klangexperimenten das Herz Sepultura noch das gleiche ist, nur mit einigen "Lebens-Gebrauchsspuren".

Der Sound war insgesamt aber sehr laut und metallastig. Es wurden keine rein akustische Stücke gespielt und auch die Perkussions- und Weltmusikeinflüsse waren eher minimal gehalten. Highlights waren aber definitiv ein Ministry-Cover, der Klassiker Roots Bloody Roots und ein brasilianisches Volksmusikstück, welches Green mit erstaunlich klarer Stimme vortrug und das Publikum in noch heiterer Stimmung versetzte.

Fazit: Ein Klassiker in einem Klassiker den wir gerne wieder sehen wollen.

Und für alle die sehen wollen was sie verpasst haben oder einfach die eigenen Erinnerungen auffrischen wollen hier die Anleitung: Heizung aufdrehen (besonders in diesem Sommer :o( ), Zimmer abdunkeln, Sepultura in die Anlage und hier die Fotos wirken lassen.

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