Bad Religion – True North Release am 22. Januar

Wenn Punkrock, dann Bad Religion! Mit über 30 Jahren Bandgeschichte hat sich die Band aus Los Angeles den Legendenstatus erarbeitet. Am 22. Januar erscheint nun ihr 16. Studioalbum True North, mit dem die Band ihre sozialkritische Mission fortsetzt.

 

 

1980 als West-Coast Punkband gegründet lösten sich Bad Religion 1984 vorerst auf. Mit der Wiedervereinigung 1987 und der Konzeption des neuen Album Suffer vollzog die Band einen relevanten Stilwechsel, der maßgebend für ihre anschließenden Erfolge ist. Die Veränderungen bezogen sich hauptsächlich auf den erhöhten Grad an Melodik und mehrstimmige Gesänge, die der Musik einen qualitativen Schub verliehen. Aber auch auf inhaltlicher und lyrischer Ebene steigerte sich die Band enorm.

Zunächst ein kurzer Rückblick auf die Vorgängeralben. An dem 2007 erschienen New Maps Of Hell ist auffällig, dass die ersten 5 Songs sehr ähnlich gestrickt sind. Erst mit dem Track "Before You Die" bricht dies ein wenig auf. Ungewohnte Dreiviertel-Rhythmen, rockige Tendenzen und die Hymne "Honest Goodbye" stehen für den frischen Wind, von dem das Album getragen wird. "Murder" erklingt dagegen in einer klassischen Old-School-Punkmanier. Die Songs "Grains of Wrath", "Scrutiny" und "The Grand Delusion" bringen wieder vereinzelt Power in das Ganze und sorgen für die nötige Abwechslung. Das finale "Fields Of Mars" evoziert mit seinem Piano Vor- und Zwischenspiel noch einmal komplett neue Tendenzen.

Das Folgealbum The Dissent Of Man (2010) schließt erfolgreich daran, greift aber über dessen Diversität nicht hinaus. Zwar geht es mit "The Day The Earth Stalled" energiegeladenen los, bleibt aber anfänglich ein wenig zu monoton. Spätestens nach den nächsten zwei Tracks, die mit mehr melodischem Einfühlungsvermögen auftrumpfen können fühlt man sich dann wieder heimisch. Auffällig ist, dass die Harmoniefolge des Songs "Avalon" an Marilyn Mansons "Heart Shaped Glasses" erinnert. Von einem bewussten Zitat ist jedoch nicht auszugehen. Besonders markant bleiben die letzten Tracks, angefangen bei "Cyanide", in Erinnerung, mit denen die Platte noch einmal deutlich an Härte gewinnt. Wieder einmal gelingt es Bad Religion einen, von Punkbands zu oft bestätigten Einheitsbrei zu umgehen.

Auch der aktuelle Release True North bewegt sich mit 16 neuen Tracks um die durchschnittliche Länge der vergangenen Alben. Bei so vielen Stücken sieht man sich immer der Gefahr ausgesetzt, dass die erhöhte Quantität eine Abnahme der Qualität zur Folge hat. Doch Bad Religion bewiesen durch ihre bisherigen Veröffentlichungen das dies nicht bei allen Bands der Fall sein muss.

Der Titel-Track "True North" greift auf den für die Band typischen Stil zurück und ist ein gelungener Opener. Die Erfahrung von 15 Studioalben zeigen, dass die Devise nicht nur ein markantes Riffing, sondern auch Inhalt die Devise ist: Abkehr von den Zuständen der Gegenwart und die Suche nach dem Weg in einer rastlosen Zeit kommt in den Textzeilen zum Vorschein. Wichtigste Maxime: Fordere dein Schicksal hinaus und sei dem Tod immer einen Schritt voraus. Das Ziel ist die wahre Richtung, der wahre Norden. Bad Religion geben sich kämpferisch auf ihrem kommenden Album. Die ersten Eindrücke von True North und der Single "Fuck You" erweisen sich definitiv Leckerbissen. Epitaph verspricht uns "das emotional wohl ansprechendste Album der Band". Wir sind gespannt, ob diese Erwartungen gehalten werden können.

 

01. True North

02. Past is Dead

03. Robin Hood in Reverse

04. Land of Endless Greed

05. Fuck You

06. Dharma and the Bomb

07. Hello Cruel World

08. Vanity

09. In Their Hearts is Right

10. Crisis Time

11. Dept. of False Hope

12. Nothing To Dismay

13. Popular Consensus

14. My Head is Full of Ghosts

15. The Island

16. Changing Tide

 

 

 

 

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