Alien Sex Fiend - Der außerirdische Lustmolch

Im Dezember 1982 traten sie das erste Mal als Band auf einer Bühne auf: Alien Sex Fiend. Die Zeiten des Londoner Clubs Badcave sind lange vorbei, doch Alien Sex Fiend haben sich schon längst mit ihrer ganz eigenen Art Musik zu machen, etabliert.

Als einer der ersten arbeiteten sie mit bizarren Sampling und Loops, mit verzerrtem Gesang und kunstvollem Krach; und erschufen so ihre ganz eigene Musik. Sie selbst, die "visionaries of space, time and sound", und speziell der charismatische Frontman Nik Fiend, inszenieren ihre Auftritte als surreale Ausflüge in ein Gruselkabinett. Damals wie heute sind sie ihrem Weg gegangen und treu geblieben: Sie haben ihre Bühnendekoration nur wenig verändert, verteilen wie immer Knochen- und Schädelimitate in der Menge; Mrs. Fiend regiert das Soundsystem und Mr. Fiend stolpert gekonnt verwirrt auf der Bühne herum.

Im Juli 2012, genau gesagt am 26., gastierte die Band einmal wieder im Berliner Club K17. Die Halle war voll, die Karten ausverkauft. Auch fast 30 Jahre nach ihrer Gründung haben Alien Sex Fiend eine große Fan-Gemeinde, von denen ein Teil auch schon bei ihre ersten Auftritte dabei war, andere wiederum sind wohl das Ergebnis solcher fröhlichen Konzertnächte; ob jung oder alt, die Vorfreude war bei allen groß. Die Vorband lohnt jedoch keine weitere Erwähnung.

Schon als Alien Sex Fiend die Bühne betraten, müssen da gefühlte hundert Grad geherrscht haben, Tendenz steigend! Das Publikum war spätestens nach dem ersten Titel völlig durchnässt. Begonnen wurde mit einem ihrer Hits: E.S.T. - Trip to the Moon. Ob es nun aber an der großen Hitze der Julinacht oder an der Band selber lag, die Stimmung auf Bühne und Tanzfläche blieb, trotz solch eines Krachers zu Beginn, zunächst verhalten. Mrs. Fiend kämpfte noch längere Zeit mit technischen Schwierigkeiten, fluchte über die Verzögerungen und Nik Fiend schien irgendwie ständig zu warten. Mit der Zeit gewöhnte sich dann die Technik an die Hitze und machte wieder das, was Mrs. Fiend wollte.

Die Musik schien schneller zu werden, das Publikum bewegte die erschöpften Körper und die Stimmung lockerte sich sichtlich. Verglichen mit dem Konzert vom September vor zwei Jahren überzeugte die Band jedoch nicht komplett. Man hatte den Eindruck, dass alle Stücke im "Kurzmantel" des 2010 erschienen Album Death Trip, welches deutlich elektronischer und viel weniger Rockelemente enthielt als seine Vorgänger, gekleidet waren. Die Eigenheiten der einzelnen Songs blieb erhalten, aber eben irgendwie "modernisiert".

Insgesamt war es nicht der beste Auftritt der Band. Trotz der Unterstützung zweier Bandkollegen aus den Anfangszeiten war es nicht ihr Tag; oder einfach nur zu heiß. Trotzdem konnte man sehen, das eine Band, die 30 Jahre besteht noch lange nicht von gestern ist. Für Musikinteressierte, auch jenseits der Gothic- und Punkszene, lohnt sich ein Konzertbesuch also auf jeden Fall genauso wie für eingefleischte Fans. Zum großen Jubiläum dann im Dezember ist es ja zum Glück wieder kühler.

Kurzmeldungen

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