Kumpelbasis erklären Berlin

17. August 2011 - Rock | Metal
Verfasser: Lili

Die Altpunks von Kumpelbasis legen mit „Der Luxus unter wilden Tieren“ knallharte Berlin-Lektionen vor, erlebt und gelernt durch die Brille des Punkrock.
Gegenstand sind das alltägliche Berliner Leben und die Kritik daran im Besonderen. Die Texte pendeln zwischen Attitüde und Plattitüde ("Geld ist deine Freiheit, alte Träume sind zu teuer" - aus Keine Zeit vs. "Ihr hört alle viel zu laute Musik und habt dabei Spaß, das Kumpelbasismacht mich verrückt / Hier wird nur nach meinen Regeln gelebt / Tust du das nicht, nehm ich dich ins Gebet" aus Der Misanthrop). Es ist alles vorhanden, was als Widerspiegelung der Berliner Punkrock-Szene verstanden werden darf. Man grenzt sich von gewissen Lebensentwürfen ab und besingt die eigenen.

Versteht man diese Platte allerdings als Soundtrack der fünf Bandmitglieder, bekommt man einen Eindruck von der Liebe zur eigenen - versifften, kaputten, liebenswerten - Stadt, zum eigenen Kiez, zum eigenen Mikrokosmos, und eine Ahnung von den Abgründen die sich gleichzeitig auftun, von den Tretmühlen, die man zu vermeiden versucht und vom "eigenen Zimmer unten im Keller", der eigenen privaten Zelle ohne Fenster, an deren Wand man von Zeit zu Zeit starrt.

Musikalisch wird die angestaubte Assoziation, die man mit deutschsprachigem Punkrock verbindet, auf abwechslungsreiche Art und Weise umschifft. Mal handfest wie es im Buche steht, mal in Richtung Reggae, mal auf Spanisch, sogar ein Slime-Cover (Albtraum) ist dabei - aber immer mit der eigenen spezifischen, rotzigen Haltung.

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