ZSK Reuniontour in Berlin - so war's

04. Januar 2012 - Rock | Metal
Verfasser: Marcel Weigel

Am 16.12.2011 gastierte ZSK das erste Mal seit Dezember 2006 wieder in Berlin. Anlass des Berlinstopps auf der Re-Union-Tour ZSKs waren der 15. Geburtstag der AJAK sowie das fünfte Jubiläum der TOP im Festsaal Kreuzberg. Ein POV-Livereview und Interview von Marcel Weigel.


Das Interview könnt ihr euch hier anhören:

Als ich um 23 Uhr 15 den Festsaal Kreuzberg verließ, war ich müde, fertig, stank nach Rauch und hatte dank der ganzen Raucher und Kiffer, die es sich leider auch nicht in engen Räumen verkneifen können ihre Lunge und die anderer zu zerstören, richtige Halsschmerzen, dennoch war ich glücklich!

Was für ein Abend
Kein Wunder. Stunden zuvor durfte ich ZSK wieder live erleben. Das erste und letzte Mal zuvor war dies beim Berlinkonzert auf der Abschiedstournee im Dezember 2006 der Fall. Damals ging ich mit 40 Grad Fieber hin, da ich sie unbedingt einmal live sehen wollte, fing sogar ein Plektrum von Joshi, welches mir sehr half, mich beim Gitarre lernen zu motivieren und erlebte einen der heißesten Konzertabende aller Zeiten. Und auch der diesmalige sollte laut, energiegeladen, wütend und einfach gut werden. Dabei gab es zwei besondere Highlights, zum ersten einen neugeschriebenen Song ZSKs, den ich euch als Bootleg am Ende des Interviews anhänge, zum anderen durfte ich mit Joshi ein selbiges führen.
Eines könnt ihr mir glauben, mir ging der Arsch dabei tierisch auf Grundeis.

Hektik, Hektik, Hektik
Eines scheint sich nie zu ändern… Die Hektik vor Antifa-Konzerten und der traditionelle verspätete Anfang.
Auch diesmal lief irgendwie alles anders als geplant. Wir sollten um 19 Uhr 30 das Interview beginnen, waren auch schon früh genug da, allerdings ließ uns Tourmanager Marco mit den Worten „es hat sich alles verschoben, wir fangen jetzt gleich erst mit den Soundcheck an, da die Goldenen Zitronen bis eben machten“ ein. Also sahen wir uns noch in aller Ruhe den Soundcheck von ZSK an, geleitet vom Produzenten ihrer Alben Florian Schwarz. Doch auch da passierte so einiges, hier funktionierte der Signalweg nicht, dort fehlte ein Kabel und schlussendlich riss auch noch das Base-/Kickdrum-Fell. Die Stimmung wurde dadurch etwas gedrückt, zumal ZSK diesmal keinen Ersatz dabei hatte. Also fuhr ein Teil der Band noch mal zum Proberaum, der Gott sei Dank ganz in der Nähe lag, um ein neues Fell zu holen. Währenddessen lud uns Joshi dann freundlich zum Interview und schien durchaus gefallen an meiner tollen Audio-Assistentin zu finden, so oft wer ihren Namen erwähnte…

13 Minuten Spaß und Aufregung
Dass ich mein erstes Interview gleich mit Joshi führen durfte, freute mich natürlich besonders, auch wenn beim ersten Mal noch nicht alles klappt und ich mich im Nachhinein über dieses und jenes etwas ärgerte und mir ein, zwei Fragen erst nach dem Interview in den Sinn kamen. Schade.
Joshi allerdings machte es einem schon leicht, freundlich bot er uns etwas zu trinken im Backstage-Bereich an, organisierte Stühle, antwortete freundlich, ausführlich und versuchte das Interview am  Laufen zu halten, wenn ich stockte – sprich, es war schon sehr angenehm ihn zu interviewen und im Laufe der Zeit wurde ich auch etwas sicherer.

Raise your fist, raise your voice!
Diese Liedzeile aus ZSKs Song “This is our answer” kann irgendwie als Motto des gesamten Abends gesehen werden. Dies  machte schon das Ambiente deutlich.
Wer schon einmal im Festsaal Kreuzberg war, der weiß ja, wie dieser aufgebaut ist. Unten gibt es die Tanzfläche, von der allerdings ein ordentlicher Teil von der Technik zugestellt wurde. Allerdings gibt es wie im Theater noch eine zweite Etage, die als Empore einmal um den Tanzraum herum führte. An dieser hingen gesammelte Transparente aus den aktiven Jahren der AJAK und der TOP. Meisterwerk reihten sich dort aneinander mit Sprüchen wie „Golfen gegen Deutschland“, „Pro-Homo“, „Wenn Rassisten angreifen, sorgt dafür, dass sie es nie wieder tun“, oder „Staat. Nation. Dresden. Scheiße“. Dementsprechend war auch das Publikum größtenteils politisch motiviert, wie es sich für ein ZSK-Konzert gehört.
Also verwunderte es auch nicht, dass, bis auf das neue Lied „Herz für die Sache“ alle Songs lauthals mit gesungen wurden, die Fäuste regelrecht in der Luft verharrten, die Wut wirklich greifbar schien. In Deutschland läuft vieles falsch, und das konnte auf diesem Konzert endlich mal wieder rausgerufen werden. So wie vor dem Song „kein Mensch ist illegal“, als Joshi erinnerte, dass dieser Song geschrieben wurde, nachdem Polizisten bei einer Abschiebung einen Inhaftierten töteten und dafür leider nie belangt wurden. Und dass der Chef der beiden, Olaf Hansen heutzutage der Chef der Berliner Polizei ist, kam in Kreuzberg nicht so gut an.

90 Minuten Politik
ZSK zog rund 90 Minuten sein Ding durch, dabei ging es durchaus heiß her. Es gipfelte in dem Moment, als Joshi auf der Bühne ein Bengalisches Feuer entzündete. Auch wenn es schon fast in den Augen wehtat, es war einfach geil. Wenn 90 Minuten sich auch nicht nach viel anhören, bei den schnell durchgezogenen Skatepunksongs war es mehr als ausreichend.
Nett fand ich die Idee, eine Antifa-Geburtstagstorte an die beiden Gruppen zu überreichen.  Sah echt gut aus das Ding. Als ZSK dann fertig war, begannen dann die ganzen Grußwort-Vorlesungen, da war es dann Zeit zu gehen. Früher hätte ich es mir vielleicht angetan, aber nun nicht mehr. Also zufrieden ab nachhause, schnell die Qualität der Aufnahmen überprüft und ab ins Bett. Ein geiler Tag, ein geiles Konzert und eine leise Hoffnung bleiben, dass ZSK vielleicht doch nicht nur diese eine Tour spielen werden.

Die komplette Playlist:
1. Intro
2. Wer? Wann? Wo?
3. Was wir wollen
4. Hello 1984
5. Alles steht still
6. Zähl die Stunden
7. Herz für die Sache
8. Business as Usual
9. We will stop you
10. Kein Mensch ist illegal
11. Kein Schritt nach vorn
12. Small Steps
13. Was uns noch übrig bleibt
14. Keine Angst
15. Gestorben wird später
16. Festung Europa
17. Wenn so viele schweigen
18. Unity (Operation Ivy Cover)
19. Riot Radio
20. Und genau da …
21. Fight for more
22. One Day
23. Mein Staat
24. This is our answer (Rasie your fist)
25. We are the kids
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