Made in Germany

30. November 2011 - Rock | Metal
Verfasser: Christian Holtz

Rammstein geben am 25. & 26.11. mit  Deathstars (Schweden) als Support vor doppelt ausverkaufter O2 World die ersten beiden ihrer insgesamt vier Hauptstadtkonzerte im Zuge der aktuellen Tour. Eine kurze Zusammenfassung.

Im Endeffekt brauchten wir dann doch zwei Tage länger, um den Eindrücken der Show und nicht zuletzt den tosenden Forumsdiskussionen um mögliche Auflösungsgerüchte Herr zu werden. Brodelt die Gerüchteküche mittlerweile wirklich heißer als die Bühnen, die Rammstein betritt?

Im Großen und Ganzen steht die Performance ebenso wie das gleichnamige Album „Made in Germany 1995 – 2011“ als eine Art Best Of im Raum. Neben vielen Elementen der vergangenen beiden Touren zu „LIFAD“ bzw. „Reise, Reise“ werden langjährige Fans sich über Klassiker wie „Engel“ oder „Bück dich“ gefreut haben. Letzterer Titel, zu dem Lindemann dem Publikum eine 3-minütige Erfrischung in Form einer Kunstspermafontäne bot, war zuletzt auf der FSK 18 Version des Livemitschnitts von ’98 zu sehen. Wenn auch damals 15-Jährige Konzertbesucher noch nicht die Chance hatten, die Show von der Rängen aus per Iphone mitzuschneiden, sind die Zuschauerreihen damals wie heute größtenteils von Zuschauern höheren erwerbstätigen Alters gefüllt. Unter anderem die aktuellen Ticketpreise von knapp 80€ inkl. VVKGebühr dürften dafür das nötige Regulativ gebildet haben. Möchte man die Entwicklung der Preise in Bezug zur visuellen Show setzen, die seit Rammstein Gedenken ebenso immer umfangreicher wurde, bekamen die Fans auch zu dieser Tour im Vergleich zu anderen Bands ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Nichtsdestotrotz scheinen Rammstein an einem Zenit, an dem die Frage über noch mehr PyroShow, noch mehr Effekte, noch größeren Aufwand an einen Wendepunkt kommt. Ohne darin einen sofortigen Rückgang der Rammsteiner Arbeits-/Skandalmoral zu sehen, ist es scheinbar dennoch Zeit für ein ehrliches Eingeständnis seitens der Band, den Höhepunkt an einer gewissen Stelle erreicht zu haben. Anstatt die Anzahl der Equipment-Trucks noch einmal zu doppeln, ging man in Sachen Publikumsnähe wortwörtlich neue Wege. Nur zögerlich folgten die Augen des Publikums dem Fingerzeig der Scheinwerfer, als die Band höchstpersönlich zum Auftakt der Show durch einen Korridor in den Sitzrängen herabstieg, um sich den Weg durchs Publikum zu einer Art separaten Vorbühne innerhalb des Publikums zu bahnen, von der aus die Show sowohl begonnen als auch beendet wurde. Rammsteintypisch mit kurzer Hauptshow, 2 Zugabeblöcken mit insgesamt 20 Titeln.

 

Außerhalb der Halle werden sich kritische Stimmen im Vorfeld des Konzerts am vergangen Freitag nach einer skandalträchtigen Trauerprozession auf dem Vorplatz im Recht gewogen haben, dass sich Rammstein nach 17 Jahren Bandgeschichte tatsächlich auflösen. Bereits 2001 enthüllte die Band mit der Veröffentlichung des Videos zu „Ich will“ das symbolische Ende von Flake als Keyboarder (obwohl dennoch bis heute als aktives Bandmitglied bei allen Gigs mit auf der Bühne) und die wenigstens werden wissen, dass Rammstein sich nach insgeheimer Auflösung im Clip zu „Keine Lust“ auf eine letzte Veröffentlichung wieder zusammenfand…


So wie auch die letzten gefühlten 10 Jahre sollte es sich jedoch die eingeschworene Fangemeinde abseits der Foren nicht nehmen lassen, hinter den Promovorhang zu blicken und das vergangene Wochenende als das fulminante Live-Ereignis betrachten, dass sich den glücklichen Ticketbesitzern innerhalb der O2 World bot – Stichwort o2 – man muss schließlich kein Pyrotechniker sein um zu wissen, dass Feuer & Sauerstoff immer noch ein hochexplosives Gemisch bieten. Warum sollte sich das so schnell ändern?

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