Das Berlin Festival - Viel Lob und viel Potenzial

14. September 2011 - Pop
Verfasser: David Moschini

Auch wenn es etwas voller hätte sein können, das Berlin Festival war toll. Hier unser Rückblick auf den Höhepunkt der Berlin Music Week.

Es mag für viele etwas irritierend gewesen sein, dass das Berlin Festival ausgerechnet mit James Blake begann. Um 14 Uhr. Für viele ein richtiges Highlight des Wochenendes, das  rein musikalisch eher in die dunklen Nachstunden gepasst hätte. Die simple Begründung der Verantwortlichen: Blakes oftmals sehr leisen Klänge sollten nicht von der Musik anderer Bühnen gestört werden. Klingt vernünftig. Wie dem auch sei, Blake half bereits zu dieser frühen Stunde eine ganze Menge Besucher auf das Festival-Gelände zu locken.



Deutlich voller wurde es in Tempelhof erst zum Abend hin, auch wenn man immer das Gefühl hatte, dass es noch einige Zuschauer mehr hätten sein können.  Ein ähnliches Bild zeigte sich dann auch später auf dem Arena-Gelände, zum Festival kurzerhand zum Club Xberg umgetauft. Leer war es nicht, so richtig voll aber auch nicht. Der Arena-Club konnte sich jedenfalls nicht über zu wenig Publikum beschweren. 
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Das darin stattfindende Boys Noize Records Special sorgte dafür, dass der der Einlass bereits gegen 1 Uhr gestoppt werden musste. In der unheimlich großen Haupthalle der Arena war zwar eine Menge Platz zum Tanzen, das tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Besonders Diplo, der kompromisslos querbeet alles tanzbare auflegte und reihenweise aufblasbares Wasserspielzeug ins Publikum warf, wusste das Publikum zu begeistern. Kruder & Dorfmeister präsentierten eine visuelle Show sondergleichen und A-Trak zeigte sich in bester Scratch-Laune.

Der Samstag verlief in jeglicher Hinsicht besser als der Vortag. Das Wetter war über den ganzen Tag deutlich angenehmer und es tummelten sich auch deutlich mehr Besucher auf dem Gelände. Letzteres wird an dem Line-Up des Samstag gelegen haben, das zwar qualitativ nicht unbedingt besser war, aber doch ein deutlich breiteres Publikum ansprach. Größter Reißer des Abends war der Boys Noize, der bei seinem Auftritt mit reichlich Feuer und Rauch spielte. Die kurze Soundpanne in der Mitte des Gigs war schnell vergessen.


Simple Picture Slideshow:
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(Fotos: Martin Alex)

Die deutlich höhere Besucherzahl war dann auch in der Arena sofort zu spüren und das im wahrsten Sinne des Wortes. Anders als am Vortag dampfte es schon beinahe aus der großen Arena-Halle als Public Enemy auf der Bühne standen. Auch wenn die Rap-Veteranen auf dem elektro-lastigen Gelände etwas deplatziert wirkten, lieferten sie eine ordentliche Show ab und wurden entsprechend gefeiert. Die darauf folgenden Skrillex, Mr. Oizo und Feadz brachten das Publikum bis in die Morgenstunden zum tanzen. Erst gegen 9 Uhr war Feierabend.

Als Berliner konnte man ja von der Schließung des Flughafens Tempelhof denken, was man wollte. Beim Anblick dieser großartigen Location, der riesigen geschwungenen Hangar und des leuchtenden Tempelhof-Schriftzuges darüber, kann man nur zu dem Schluss kommen, dass es das beste war, den Airport dicht zu machen. Einen vergleichbaren Veranstaltungsort, nahezu mitten in der Stadt, sucht man ansonsten in Deutschland vergebens. Die beeindruckenden Stahlträger und das ausgestellte Flugzeug auf dem Rollfeld, wirkten wie eine Zelebrierung der Technik und erinnerten in diesem von bunten Lichtern geschwängerten Ambiente unweigerlich an die Ferropolis, in der auch Melt!- und Splash!-Festival statt finden

Für manche mögen die 90 € Eintritt vielleicht etwas viel gewesen sein, wenn man bedenkt, dass in anderen Festivalpreisen das Zelten auch noch inbegriffen ist. Wer sich aber ein Mal das gewaltige Line-Up anschaut, wird merken, dass der Preis absolut gerechtfertigt war. Für diejenigen, die beim Festival dabei waren, wird sich diese Frage erst gar nicht stellen, ob das Geld gut investiert war. 

Am Ende waren es dann doch insgesamt 15.000 Besucher, was für dieses Verhältnismäßig kleine Festival doch ziemlich ordentlich ist. Im Berlin Festival steckt noch eine Menge Potenzial und wir freuen uns bereits aufs nächste Jahr.
berlinmusic.tv ist ein Projekt der Initiative der Studenten des Forschungszentrums für Populäre Musik der Humboldt Universität Berlin. Dabei handelt es sich um eine Plattform für Musik aus Berlin: Berliner Musiker, Berliner Bands, Projekte und alle von Berlin inspirierten Musikliebhaber. Wir veröffentlichen Interviews, Portraits, Reviews, Veranstaltungstipps von Berliner Musikern und darüber hinaus in Schrift, Bild, Ton und vor allem Videoformaten.










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