Popkomm 2011 - Tag 2

12. September 2011 - Pop
Verfasser: Christian Holtz

Mit leichter Verspätung ist die Redaktion auch am zweiten Tag der Popkomm-Messe wieder zu einem Kurzaufenthalt in Tempelhof eingeflogen, wo Animateure und Akteure quer durch die Musikbranche ihre aktuellen Projekte präsentieren.

Ohne große Eingangsreden begannen ab 10 Uhr die Panels und Roundtables, deren Fokus an diesem Tag vermehrt auf den jeweiligen Bedürfnissen des Künstlers lag. Dazu präsentierte Prof. Matthias Gülzow von der Macromedia Hochschule die Ergebnisse der Studie „Kreative fordern Technik“. Über die Plattformen Spotify, Sell A Band, Vimeo u.a. Bekannte hinaus, wurden verschiedenste Portale der Kategorien Vertrieb, Crowd Funding & klassische Promotionportale in acht Hauptkriterien einem Stresstest unterzogen, um Möglichkeiten aufzuzeigen, als Künstler seine Musik auch im digitalen Zeitalter weiter gewinnbringend vertreiben zu können. So kam heraus, dass sich Künstler im Vertrieb demnach Portale wie Sellaround oder Restorm merken sollten, die zwar noch unbekannter sind, in den Testergebnissen aufgrund von Transparenz und Verfügbarkeit jedoch besser als Soundcloud und anderen gängigen Seiten abschnitten.
Genaueres zur Studie stellt die Hochschule auf ihrer Homepage zum Download bereit.

Zur rechtlichen Situation eines selbstständigen Onlinevertriebs, Urheberrecht und effiziente Vermarktung wurden im Media_Gate der Messe weitere nützliche Workshops & Keynotes angeboten in Sachen

- Rechtliches zum Thema Cloud Distribution
- Copyright & Internet
- Neue & Alte Potenziale der Radiopromotion
- Creative Commons

Wer sich zwischenzeitlich in der Haupthalle den Luxus eines Kaltgetränks leistete, hatte die Möglichkeit Vertreter der GEMA und erstmals mit dabei auch GVL für eine sowohl individuelle als auch allgemeine Beratung zum Schutz seiner eigenen Leistungsrechte zu treffen. Vor allem die GEMA, in vielen Messekonferenzen eher negativ diskutiert aufgrund ihrer anhaltenden Kooperationsunwilligkeit in Sachen Musikvideostream in Deutschland, bemühte sich um ein sehr kundenfreundliches Erscheinungsbild mit eigenen ShowCases vor Ort. Die durchgehend unbekannten Newcomer Bands vermochten die Aufmerksamkeit allerdings nicht wirklich auf sich zu lenken.

Der Fokus in der Haupthalle fiel am Donnerstag gegen 17Uhr zweifellos auf den Messestand von Finnland. Livemusicstage.com, ein junge Onlineplattform aus Finnland, gab eine exklusive Demonstration ihres Portals, welches nach Beendigung der Testphase vorsieht, in regelmäßiger Frequenz eigens konzipierte Livekonzerte national und international bekannter Bands in alle Welt zu streamen. Ein Vertreter von LiveMusicStage erklärte uns dazu, dass die Seite ein Abrechnungssystem vorsieht, dass zugunsten von der User nicht in einem Abonnement, sondern regulären Tickets besteht, die einmalig zur Teilnahme am jeweiligen Onlinekonzert erworben werden können.
Der Eintritt zu dem Konzert am Donnerstag war für uns natürlich noch kostenlos: Für die Präsentation stellte sich keine geringere als die finnische Rockband Negative zur Verfügung, die vor den Augen der Messeteilnehmer ihr weltweit erstes Unplugged-Konzert spielten – selbstverständlich in HD.

Ob auch CALLMEKAT aus Dänemark und die zahlreichen anderen Live Showcases der Berlin Music Week eine so beeindruckende Show boten, konnte jeder, der Zeit und Lust hatte, noch persönlich auf den verschiedensten Live-Bühnen der Stadt herausfinden. Wenn am Flughafen abends die Signallichter erloschen, verlagerte sich die Konzerte der insgesamt 115 Popkomm-Künstler aus aller Welt in Magnet, Kulturbrauerei, K17 u.v.m

CALLMEKAT im La Vie en Rose-Club  Foto: Popkomm
berlinmusic.tv ist ein Projekt der Initiative der Studenten des Forschungszentrums für Populäre Musik der Humboldt Universität Berlin. Dabei handelt es sich um eine Plattform für Musik aus Berlin: Berliner Musiker, Berliner Bands, Projekte und alle von Berlin inspirierten Musikliebhaber. Wir veröffentlichen Interviews, Portraits, Reviews, Veranstaltungstipps von Berliner Musikern und darüber hinaus in Schrift, Bild, Ton und vor allem Videoformaten.










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