Club Transmediale Programm Teil 1

30. Januar 2012 - Electronic

 

Vom 30. Bis 05.02. widmet sich das Musikprogramm der Transmediale in den Locations Hebbel Theater, Berghain, Passionskirche, Gretchen, .HBC, Horst Krzbrg und Kater Holzig mit dem Thema „Spectral“ dem Geisterhaften und Dunklem in Musik und Kunst. 

Aktuelle Genres wie Witch House, Drag, Hypnagogic Pop, Hauntology, analoge Synthesizermusik, Neo-Industrial, Gothic Revival oder Drone Musik; all diese Stile beschwören die Entwicklung in der Popmusik. Dementsprechend schlagen sich diese Tendenzen auch im Programm nieder. Und genau das findet ihr nachfolgend mit einigen Empfehlungen.

 

 

Dienstag, 31.01.2012

Zodiak Revisted III

19.30 Uhr im HAU2, 12/8 Euro
Conrad Schnitzler und Wolfgang Seidel führen ein „Cassette Concert“ in zwei Teilen auf. Wolfgang Seidel ist Mitbegründer von „Ton Steine Scherben“ und ein langjähriger Freund von Schnitzler. Die Idee des „Cassette Concert“ entwickelte Schnitzler in den 1980iger Jahren als eine dynamische Methode gleichzeitig Musik zu komponieren und zu performen. In der Pause werden die Berliner Borngräber & Strüver auf einem präparierten Klavier und mit Hilfe von anderen Instrumenten improvisieren.

Silicon Tuned

21.00 Uhr im Berghain, 12 Euro
Mark Fell, Sendai, Kyoka, Kangding Ray LIVE, DJ Byetone
Nicht weniger als die Weltpremiere des neuen AV-Projektes der beiden belgischen Technoaushängeschilder PETER VAN HOESEN und YVES DE MEY wird heute Abend präsentiert. Das Debütalbum von SENDAI erscheint im Februar 2012 auf van Hoesens Time to Express Label.

Mit digitaler Trennschärfe, sandigen Industrieklängen und minimalistischer Kühle operieren auch KANGDING RAY und Raster-Noton Mitbegründer BYETONE, der an diesem Abend als DJ die Atmosphären zwischen den Konzerten setzt.

Die erratisch irregulären Rhythmus-Dekonstruktionen der Prozess-Musik von MARK FELL (der ansonsten zusammen mit Mat Steel unter dem Namen SND veröffentlicht) bringen jegliche geordnete Zeitkonzeption zum kollabieren. Fells sperrige, fragmenthafte Kompositionen entstehen durch Algorithmen in generativen Softwaresystemen und stellen kühle Digitalität zur Schau.

 

Mittwoch, 01.02.2012

Zodiak Revisted V

19.30 Uhr HAU2, 12/8 Euro
Koehn, Qluster
Hans-Joachim Roedellus hat die elektronische Musik mit seinen Projekten Kluster und später Cluster maßgeblich beeinflußt. Und unter Qluster hat er neue Wege was die Improvisation von elektronsicher Musik betrifft, beschritten.

Parastrophics

21.00 Uhr Berghain, 19 Euro
Sølyst, Solistenensemble Kaleidoskop, Mouse on Mars, DJ Elephant Power
MOUSE ON MARS haben nach fünf Jahren ein neues Album fertiggestellt. »Parastrophics« ist mittlerweile ihre 11. Platte und erscheint Ende Februar auf Monkeytown, dem Label von Modeselektor. Aus diesem Anlass haben JAN WERNER und ANDI TOMA zusammen mit CTM einen überraschend eklektischen Abend im Berghain zusammengestellt: den Auftakt macht SØLYST, das neue Solo-Projekt des Kreidler-Drummers THOMAS KLEIN.

Gefolgt von einem gemeinsamen Auftritt von Mouse on Mars mit dem SOLISTENENSEMBLE KALEIDOSKOP, bei dem sie das „Sextett für 3 Bratschen und 3 Celli“ (1982) des bedeutenden österreichischen Komponisten Georg Friedrich Haas spielen, der sich in seiner Musik vor allem mit Mikrotonalität und spektralen Klängen beschäftigt. Als Höhepunkt präsentieren danach Mouse on Mars ihre neue Bühnenshow.

Artificial Mysteries

21.00 Uhr Berghain Kantine, 12 Euro
Bill Kouligas, PRSZR, The Haxan Cloak, Cut Hands

Musikenthnologische Exkursionen in imaginären Geographien und die Beschwörung dunkler, artifizieller Geheimnisse könnte eine treffende Beschreibung für die Herangehensweise der Künstler dieses Abends sein. Der gerade eben von Tri Angle gesignte Bobby Krlic alias THE HAXAN CLOAK, erzeugt als Einmannprojekt unheilsschwangere Kammermusik mit überaus packender Dramaturgie. Schrammende Streicher, dunkle Drones, verhallte Perkussion und eine tiefe Melancholie erzeugen den Eindruck einer fremdartig und zugleich alten Musik aus unbekannten rauen Landschaften.

Mit seinem neuen Projekt CUT HANDS, bricht William Bennet von der legendären wie provokativen Extrem-Noise-Formation Whitehouse in ein imaginäres Afrika auf und findet dort auf obsessive Weise sein persönliches, „Herz der Finsternis“, mit dem er ein morbides - und wie könnte es bei Bennet anders sein, schwieriges bis anstößiges -  Bild des Kontinents entwirft. Tribalistische Perkusssion triff hier auf sperrigen Geräusche und verrauschten Noise, wobei der klangliche Schwerpunkt stets bei den intensiven rituell anmutenden Rhythmen bleibt. Bennet, betont das Cut Hands keine afrikanische Musik ist, sondern Afro-Noise - eine Mischung aus obskuren, frei interpretierten afrikanischen Perkussionselementen und allen denkbaren anderen Klangexperimenten.

PRSZR (ausgesprochen "pressure"), die Zusammenarbeit des Polnischen Perkussion-Duos Hati und des österreichischen Elektronikveterans Pure (Ilsa Gold), verbindet unheimliche computergenerierte Klänge mit archisch-rituellem Perkussionsspiel. Vielschichtige synkopierte Polyrhythmen verschränken sich in einer hypnotischen, kathartischen Performance mit auf Gongs gespielten Drones und pulsierenden Basswellen zu einem ungewöhnlichen elektronisch-akustischen Hybrid. Das erste Album von PRSZR erscheint im Frühjahr 2012 auf Hinterzimmer Records. 

Link zur Webseite

 




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